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Was mich so beschäftigt...


5 Dinge, die gegen ein Wordpress sprechen

Dieser Beitrag brennt mir schon längerem unter den Nägeln. Ich selbst entwickle Webseiten die teils auf Wordpress basieren und jetzt bringe ich Gründe, die dagegen sprechen. Aber ich versuche realistisch zu sein und nicht unrechtmässige Kritik anzubringen. Durch meine langjährige Erfahrung mit dem System habe ich einige Seite davon kennengelernt, die mir nicht gefallen. Dies sind hauptsächlich Dinge, mit denen der Endnutzer kaum konfrontiert wird.

Ich werde diesen Beitrag in zwei Teile aufteilen, in einem mit Punkten die gegen Wordpress sprechen und im nächsten mit Punkten für Wordpress.

Wordpress ist eine Blogsoftware. Es wird auch als Content Management System beschrieben, was aus meiner Sicht aber nur bedingt stimmt.

Im Jahr 2003 hat der Hauptentwickler Matthew Mullenweg auf der Basis von einem anderen Projekt begonnen, eine Weblog-Software zu schreiben. Damals hiess es Weblog, nicht Blog.

Jedenfalls wurde das Projekt stetig weiterentwickelt und viele Entwickler von der ganzen Welt begonnen Plugins und Themes für Wordpress zu schreiben.

Mein erstes Wordpress-Projekt habe ich vor ungefähr 10 Jahren entwickelt, das wird wohl die Version 2.5 gewesen sein.

Heute sind wir bei Version 4.9.8 angelangt und da ist viel passiert in der Zwischenzeit.

Hier also die Punkte, die für mich gegen die Wahl von Wordpress sprechen:

1. Wordpress ist alt

Wie in der Einleitung beschrieben hat Wordpress etwa 15 Jahre auf dem Buckel. Für Software ist das alt. Natürlich wurde stetig weiterentwickelt, aber die Grundstruktur des Systems ist noch immer dieselbe mit der ich vor 10 Jahren gearbeitet habe.

Beim Plugin-entwickeln sind sämtliche interaktionen mit dem Grundsystem über sogenannte Hook-Funktionen verhängt. Hier gibt es viel schönere und bessere Lösungen. Wordpress scheint sich aber davor zu scheuen, diese Funktionalität grundlegend umzubauen.

2. Plugin/Theme/Core Inkompatibilitäten

Mit einem reinen Wordpress werden die wenigsten glücklich.

Ein ganz bestimmtes Theme soll es sein. Dann braucht es noch ein paar Plugins für fehlende Funktionalitäten. So weit, so einfach.

Aber was ist, wenn zum Beispiel ein Kalenderplugin in diesem Theme einfach scheusslich aussieht?

Oder wenn nach einer Aktualisierung des Systems plötzlich das eine Plugin nicht mehr läuft?

Und dass zwei verschiedene Plugins nebeneinander funktionieren ist auch nicht garantiert.

Dies ist für mich immer das grösste Problem, wenn ich Systeme aktualisiere. Wordpress hat zwar ein sehr angenehmes System in der Administration, wo es einen darüber aufklärt ob das Theme und die Plugins mit der gewünschten Version kompatibel sind, aber was macht man wenn nicht?

Wenn wir nicht aktualisieren, setzen wir es potentiellen Sicherheitslücken aus, wenn wir aktualisieren läuft es unter Umständen nicht mehr.

3. Plugins und Themes werden nicht immer weiterentwickelt

Es ist grossartig auf einen ganzen Katalog von Plugins und Themes zurückgreifen zu können.

Jedoch ist es nicht garantiert, dass diese zeitnah oder überhaupt weiterentwickelt werden. Dies kann dazu führen, dass sie mit der neusten Wordpress Version plötzlich nicht mehr funktionieren und man erst viel später oder gar nicht aktualisieren kann.

In den meisten Fällen springen dann andere Entwickler ein, die die Arbeit fortsetzen, was aber auch nicht immer ganz unkompliziert ist.

Ein gutes Beispiel ist ein Plugin für Mehrsprachigkeit qTranslate. Dieses Plugin ermöglichte es, einzelne Inhalte in einem Wordpress zu übersetzen (also zum Beispiel den Inhalt eines Blogposts in mehreren Sprachen anzubieten).

Irgendwann wurde es um den Entwickler des Plugins aber ruhig und das Plugin funktionierte nicht mehr auf neueren Versionen. Also wurde der Source Code kopiert und mehrere Projekte versuchten das Erbe fortzusetzen.

So entstanden aus qTranslate plötzlich mqTranslate, qTranslate Plus and zTranslate, welche alle ungefähr dieselben Funktionalitäten hatten.

Bei einem Projekt hatte ich damals mit einiger Mühe von qTranslate auf mqTranslate gewechselt.

Kurze Zeit später wurden alle diese Plugins wieder eingestellt und (meines Wissens) zusammen an einem Nachfolger gearbeitet: qTranslate-X.

Also wieder ein Update vom Projekt, um das neue Plugin hinzuzufügen.

Wenn ich jetzt die Plugin-Seite auf Wordpress anschaue, sieht es so aus als würde das Plugin wieder nicht weiterentwickelt.

Solche Geschichten bedeuten natürlich einen enormen Zeitaufwand und damit auch hohe Kosten um eine Seite zu betreiben.

4. Sicherheitslücken

Sicherheitslücken gibt es in jeder Software, das ist normal. Wordpress wird sehr regelmässig aktualisiert um gefundene Sicherheitslücken schnellstmöglich zu schliessen.

Aber Wordpress ist gross. Unglaublich gross. Über dreissig Prozent der grössten Webseiten verwenden Wordpress als Basis (Quelle: https://trends.builtwith.com/cms)

Das macht Wordpress zu einem grossen und beliebten Angriffsziel. Der frei zugängliche Source Code ermöglicht es Hackern auch, Schwachstellen in bestimmten Versionen zu finden und zu nutzen.

Es gibt immer wieder Gründe, die gegen ein Update einer Wordpress-Seite sprechen (Siehe auch Punkt 2). Daher ist es nicht verwunderlich, wenn unter den geschätzten 300'000 Wordpress-Seiten nicht alle aktuell sind.

5. Blogsoftware

Wordpress ist ursprünglich eine Blogsoftware. Sie wurde ursprünglich nur dafür entwickelt und es wurde nicht daran gedacht, dass zum Beispiel jemand einen Onlineshop darauf aufbauen würde.

Wenn Plugins entwickelt werden, schreiben diese ihre Daten oftmals in die Datenbanktabelle wp_posts. Das ist die Tabelle, in der Blogbeiträge geschrieben werden. Werden Seiten erstellt, landen diese ebenfalls in derselben Tabelle.

Dies ist unsauber designt respektive wurde so nicht geplant. Wenn es Datenbankprobleme gibt und man einzelne Daten retten muss, ist dieses unsaubere Design sehr hinderlich und umständlich.

Es mag für den Endanwender nicht spürbar oder gar unwichtig sein, aber für Entwickler ist es nicht toll damit zu arbeiten. Ausserdem bietet Wordpress für viele Menschen eine Einstiegsmöglichkeit in die Entwicklung, baut dann aber mit solchen Lösungen auf unmöglichen Strukturen und Ideen auf.

Fazit

Für mich gibt es einige Punkte, welche gegen die Verwendung von Wordpress sprechen. ABER es gibt auch einige Punkte die dafür sprechen. In meinem nächsten Beitrag spreche ich über die Vorteile und ein umfassendes Fazit, in welchen Situationen ich ein oder kein Wordpress einsetzen würde.

Veröffentlicht am 09.11.2018